Werden, wie Gott dich meint

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Advent. Gott kommt. Bald wird er da sein und in der Krippe liegen. Vor 14 Tagen standen wir mit den Müllmännern, Putzfrauen und Hirten an der Krippe. Wir haben uns vorgenommen, zu überlegen, was es für unseren Lebensstil ausmacht, mit dem Gott zu leben, der uns so liebt, dass er Mensch wurde.

(Folie) Was von dem, was du tust, ist in erster Linie von deinem Glauben an Jesus motiviert? Was davon könnte die Menschen unserer Gesellschaft überraschen?

(Pause)

(Folie) Die größte Freiheit, die du hast, ist die Fähigkeit zu entscheiden, womit sich dein Verstand beschäftigt. „Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten?“

Du entscheidest, welche Informationen du in deine Gedanken lässt. Wo nimmst du Informationen über das Weltgeschehen her? Tagesschau, Telegram, Twitter oder TikTok? Du kannst bestimmen, was du für wahr und für falsch hältst.

(Folie) Deine Gedanken bestimmen die Richtung deines Handelns. Gedanken formen die Gefühle, die du hast.

Wenn du wütend auf jemanden bist, kannst du überlegen, ob du ihr Böses tun willst. Du kannst dich auch entscheiden, nichts zu tun und deine Wut abzukühlen.

Du kannst nicht mit Gefühlen deine Gedanken steuern. Du kannst nicht das Gefühl der Zuneigung wachrufen. Du kannst dich aber entscheiden, gut über jemanden zu denken. Dann stellt sich nach und nach das Gefühl der Zuneigung ein.

Du hast Vorstellungskraft. Du machst dir Bilder im Kopf. Schönes und Schreckliches, Mögliches und Unmögliches. Wir sind Ebenbild Gottes. Was er sich vorstellte, entstand, als er das Weltall und das Leben schuf.

(Folie) Mit Hilfe deiner Vorstellungskraft kannst du Bilder in dir aufbauen und sie dann in der Wirklichkeit umsetzen – gute und böse Dinge.

Ich habe im Sommer Solarpaneele an den Südbalkon geschraubt. Ich bin handwerklich ungeschickt und recht hilflos. Aber ich hatte das Bild von einer Konstruktion im Kopf. Die habe ich umgesetzt, ohne sie aufzuzeichnen. Ich war von mir selbst überwältigt, dass ich das geschafft habe. Es hält noch.

Putin hat auch bestimmte Vorstellungen von der Welt. In seinem Bild von der Welt darf die Ukraine nicht existieren. Er handelt danach.

Die Menschen, die vergangene Woche festgenommen wurden, weil sie planten Deutschland mit Waffengewalt zum Königtum zu machen – die haben auch ihr Bild von Deutschland. Merkt ihr, wie mächtig Bilder sind? Sie schaffen die Realität, in der du lebst. Und manche Menschen leben in Realitäten, die tödlich sind.

Deine Vorstellungskraft ist die Ursuppe, aus der die Dinge entspringen, die du tun willst. Was du dir vorstellst, prägt das, was du glaubst und tust.

(Folie) Du hast Überzeugungen. Die hast du dir nicht ausgesucht. Es sind Prägungen, die du seit deiner Kindheit aufgenommen hast. Es ist die Struktur, nach der du lebst. Dazu kommt das, was du aus der Gesellschaft aufnimmst. Deine Überzeugungen ergeben das Interpretationsmuster für die Welt.

Mein Vater war immer pünktlich. Immer. Er kam nicht nur nicht zu spät. Er kam auch nicht zu früh. Damit bin ich aufgewachsen und ich war auch immer pünktlich. Ich war ein Muster an Pünktlichkeit. Wenn ich zu spät kam, dachten alle, dass es genau jetzt die richtige Zeit ist. Sie stellten ihre Uhr nach mir.

Es gehörte zu meinen Überzeugungen, dass ich nur dann ein guter Junge bin, wenn ich pünktlich bin.

Oder: Gleichberechtigung der Frauen in allen Lebensbereichen. Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit und vieles mehr. Es ist seit über einem halben Jahrhundert Thema. Dass es nicht gelingt, liegt an Überzeugungen, die tief in der Gesellschaft verwurzelt sind. Tausende Jahre Patriarchat legst du nicht so einfach ab. Da bleibt noch viel zu tun!

Oder: Unsere Überzeugungen sind auch eine kulturelle Konstruktion. Menschen, die in anderen Kulturen leben, verstehen wir nicht. Thema Integration. Stell dir vor, du kommst als Migrantin von weit her. Du hast deine kulturell gelernten Vorstellungen von Gesellschaft. Hier gelten andere Vorstellungen. Da bist du nicht nur geographisch, sondern auch emotional in fremden Land. Es ist ein großer Kraftakt, nicht nur die Weltregion zu wechseln, sondern auch alle Emotionen, Beziehungsmuster und Verhaltensregeln.

Thema Pünktlichkeit: Ich habe mich über Leute geärgert, die unpünktlich sind. Sie hatten nach meiner Überzeugung nicht die richtige Einstellung. Ich habe aber beschlossen, mich nicht darüber zu ärgern. D.h. ich habe mit meinen Gedanken meine Gefühle gesteuert und daraus ist eine andere Überzeugung geworden.

Thema Pünktlichkeit: Ich kenne mittlerweile so viele Menschen, die nach anderen zeitlichen Überzeugungen leben. Es ist angenehmer, meine Überzeugung zu ändern, als pünktlich zu sein und sich ständig zu ärgern. Geht also. Es ist mir wichtiger, die Menschen zu kennen, als stur auf meiner Pünktlichkeit zu beharren.

Thema Pünktlichkeit: (Pause)

Thema Pünktlichkeit: (Folie) Der christliche Glaube ist der Prozess, in dem du umgestaltet wirst in das Ebenbild Jesu.

Thema Pünktlichkeit: D.h. dein Interpretationssystem für die Welt, deine Verhaltensmuster sollen ersetzt werden durch das Interpretationssystem und das Verhaltensmuster Jesu. Nichts weniger als das.

Thema Pünktlichkeit: Nun haben wir herausgefunden, dass unser Überzeugungssystem uns sagt, wann wir gut und wann wir böse sind. Je nach dem, was du tust, bist du gut oder nicht gut. Das ist teuflisch. Denn es ist ganz anders.

Thema Pünktlichkeit: (Folie) Was du bist, wird bestimmt durch deine Beziehung zu Jesus. Nicht durch das, was du tust.

Thema Pünktlichkeit: Du wirst nicht durch christliches Handeln zum Christen. Sondern aus deiner Beziehung zu Jesus folgt das christliche Handeln.

Thema Pünktlichkeit: Deine Überzeugungen werden immer mehr ersetzt durch die Überzeugungen Jesu.

D.h.: Als Christ willst du in dem Überzeugungssystem Jesu leben.

(Folie) Paulus schreibt (Eph 6,12): „Denn wir kämpfen nicht gegen Menschen, sondern gegen Mächte und Gewalten des Bösen, die über diese gottlose Welt herrschen und im Unsichtbaren ihr unheilvolles Wesen treiben.“

(Folie) Paulus schreibt (Eph 6,12): Die Mächte und Gewalten sind die Propagandastellen des Bösen. Das Böse hat sein Überzeugungssystem. Die Mächte und Gewalten tragen es in die Welt und verführen die Menschen, sich danach zu richten.

(Folie) Paulus schreibt (Eph 6,12): Wenn du von Gott in das Ebenbild Jesu verändert wirst, wirst du lernen, die Überzeugungen des Bösen zu entlarven.

(Folie) Paulus schreibt (Eph 6,12): Der Heilige Geist wird dir helfen, zu verstehen, welche Überzeugungen Jesus hat.

(Folie) Paulus schreibt (Eph 6,12): Wir – du und ich – sind in dem Prozess der Veränderung nicht passiv. Wir haben die Aufgabe, recht aufmerksam zu sein.

(Folie) Paulus schreibt (Eph 6,12): (Folie) Die nötige Veränderung besteht darin, die Überzeugungen des Bösen auszutauschen gegen die Überzeugungen, die Jesus lebte und verkündete.

(Folie) An die Christen in Rom schreibt Paulus: „Nehmt nicht die Forderungen dieser Welt zum Maßstab, sondern ändert euch, indem ihr euch an Gottes Maßstäben orientiert.“ (Röm 12,2).

(Folie) An die Christen in Rom schreibt Paulus: Dieser Prozess kann schmerzhaft sein. Es bedeutet, gegen den Strom der Überzeugungen zu schwimmen, in dem die Welt lebt.

Für eine Gesellschaft kann es wie Boshaftigkeit aussehen, was Christen tun. Denn es steht den Überzeugungen entgegen, die alle anderen für selbstverständlich halten. In vielen Teilen der Erde werden Christen verfolgt. Denn: Sie sind eine Bedrohung für die Überzeugungen ihrer Kultur. Jesus selbst unterwanderte ein System von Überzeugungen und wurde dafür umgebracht.

Für eine Gesellschaft kann es wie Boshaftigkeit aussehen, was Christen tun. Denn es steht den Überzeugungen entgegen, die alle anderen für selbstverständlich halten. In vielen Teilen der Erde werden Christen verfolgt. Denn: (Pause)

Für eine Gesellschaft kann es wie Boshaftigkeit aussehen, was Christen tun. Denn es steht den Überzeugungen entgegen, die alle anderen für selbstverständlich halten. In vielen Teilen der Erde werden Christen verfolgt. Denn: (Folie) Unsere Überzeugungen sind mit den Bildern in unserer Vorstellung verbunden. Bilder lassen sich nicht verdrängen. Test? Stelle dir nicht einen rosa Elefanten vor. Und? Klappt das? Du sollt dir nicht einen rosa Elefanten vorstellen! Aber indem ich das Wort „rosa Elefant“ sage, ist das Bild schon da. Du kannst versuchen, dir ein anderes Bild vorzustellen. Aber der Elefant schiebt sich ständig dazwischen.

Manche Bilder graben sich im Gedächtnis so sehr ein, dass man sie nicht mehr loswirst. Schöne und grausame Bilder. Meine Extrembilder sind: Die Berge nackter Leichen in den befreiten Konzentrationslagern. Und das extrem schöne verrate ich euch nicht. Aber es ist für mich ein Antrieb zu leben. Das sind Bilder in meinem Kopf. Du hast noch andere.

Manche Bilder graben sich im Gedächtnis so sehr ein, dass man sie nicht mehr loswirst. Schöne und grausame Bilder. Meine Extrembilder sind: Warum haben wir die Kriege in Syrien, Jemen, Mali, Äthiopien vergessen? Keine Bilder von dort, keine Erinnerung.

Jesus kennt die Macht der Bilder. Darum erzählte er Gleichnisse. Der verlorene Sohn: Sohn eines reichen Mannes, der gezwungen ist, Schweine zu füttern. Das ist das Bild finanzieller Not. Für die jüdischen Zuhörer Jesu war es das Bild tiefer geistlicher Not: Ein Mensch, der eigentlich zu Gott gehört, ist durch eigene Schuld in der Hölle gelandet. Was ein Drama.

Jesus kennt die Macht der Bilder. Darum erzählte er Gleichnisse. Der verlorene Sohn: (Folie) Überzeugungen und Bilder sind das, was unser Denken, Fühlen und Handeln prägt. Sie entscheiden darüber, welche Bedeutung du den Dingen gibst.

Jesus kennt die Macht der Bilder. Darum erzählte er Gleichnisse. Der verlorene Sohn: (Folie) Als der Böse sich daran machte, Adam und Eva von Gott zu entfernen, da prügelte er nicht mit einem Stock auf sie ein. Er veränderte ihr Bild von Gott – und damit ihre Überzeugungen über Gott.

Jesus kennt die Macht der Bilder. Darum erzählte er Gleichnisse. Der verlorene Sohn: Sie hatten erst die Überzeugung, dass Gott sie liebevoll versorgt und ihnen fast grenzenlose Freiheit gibt. Sie hatten das Bild, dass ihr Schöpfer jeden Tag die Gemeinschaft mit ihnen sucht.

Jesus kennt die Macht der Bilder. Darum erzählte er Gleichnisse. Der verlorene Sohn: Dann bekamen sie die Überzeugung, dass Gott sie ausnutzen und beschränken will. Sie bekamen das Bild von einem eifersüchtigen und strafenden Gott.

Jesus kennt die Macht der Bilder. Darum erzählte er Gleichnisse. Der verlorene Sohn: (Folie) Und den Gott, den sie sich dann vorstellten, den bekamen sie dann auch.

Jesus kennt die Macht der Bilder. Darum erzählte er Gleichnisse. Der verlorene Sohn: Das ist das Bild, mit dem viele Menschen heute noch kämpfen.

Jesus kennt die Macht der Bilder. Darum erzählte er Gleichnisse. Der verlorene Sohn: Wenn du das Bild von einem strafenden Gott hast, dann wirst du die Bibel auch so interpretieren, dass alles, was du ließt dein Bild vom strafenden gott bestätigt.

Jesus kennt die Macht der Bilder. Darum erzählte er Gleichnisse. Der verlorene Sohn: Wenn du das Bild eines liebevollen Gottes hast, wird das, was du in der Bibel liest dieses Bild bestätigen.

Wir wissen: Realität ist: Gott ist liebevoll und er straft. D.h. wir dürfen Gott nicht auf unser eigenes Bild von ihm reduzieren.

Wir wissen: Die größte Freiheit, die du hast, ist die Fähigkeit zu entscheiden, welche Überzeugungen du hast.

Wir wissen: (Folie) Gott liebt dich und mich so sehr, dass er es uns sogar gestattet, ein falsches Bild von ihm zu haben und nach satanischen Überzeugungen zu leben.

Wir wissen: Gott, deinen Vater im Himmel, hat das ans Kreuz gebracht. Da ist er an den satanischen Überzeugungen und Bildern der Menschen krepiert.

Wir wissen: (Folie) Aber vorher ist er über diese Welt gegangen – er hat als Mensch gelebt – um uns das richtige Bild von ihm zu geben.

Und dann ist er wieder aus dem Tod gekommen, als wollte er uns sagen: „Na? Willst du mal jetzt endlich dein Bild von mir verändern? Schau mich an!“

Und dann ist er wieder aus dem Tod gekommen, als wollte er uns sagen: (Folie) Welches Bild werden wir uns zu Weihnachten von Jesus machen? Welche Überzeugungen, die wir von unserer Gesellschaft übernommen haben, müssen wir kritisch überprüfen, wenn wir in das Ebenbild Jesu umgestaltet werden möchten?

Und dann ist er wieder aus dem Tod gekommen, als wollte er uns sagen: Vielleicht hilft es, wenn wir uns klar machen, dass Jesus neben uns steht und uns liebevoll zuhört und zusieht, bevor wir etwas sagen oder tun.

(Folie) Wenn wir dann reden und handeln wie Jesus, werden die Menschen um uns herum manchmal oder öfter überrascht sein. Genauso, wie die Menschen überrascht waren, wenn Jesus etwas sagte oder tat. Sie meinten dann: „Er redet mit Vollmacht – nicht wie unsere Lehrer!“ und „So etwas haben wir noch niemanden tun sehen!“

(Folie) Wenn wir dann reden und handeln wie Jesus, werden die Menschen um uns herum manchmal oder öfter überrascht sein. Genauso, wie die Menschen überrascht waren, wenn Jesus etwas sagte oder tat. Sie meinten dann: „Advent“ heißt „Ankunft“. Christus kommt. Wenn du Jesus folgst, dann bringst du ihn mit in diese Welt, weil du redest und handelst wie er.

(Folie) Wenn wir dann reden und handeln wie Jesus, werden die Menschen um uns herum manchmal oder öfter überrascht sein. Genauso, wie die Menschen überrascht waren, wenn Jesus etwas sagte oder tat. Sie meinten dann: Unser liebevoller Vater im Himmel schenke uns zu Weihnachten die rechten Bilder, Überzeugungen, Gedanken und Gefühle. Und er befähige uns mit seinem Heiligen Geist, zu reden und zu handeln wie unser Herr Jesus Christus.

(Folie) Wenn wir dann reden und handeln wie Jesus, werden die Menschen um uns herum manchmal oder öfter überrascht sein. Genauso, wie die Menschen überrascht waren, wenn Jesus etwas sagte oder tat. Sie meinten dann: Amen

(Folie) Wenn wir dann reden und handeln wie Jesus, werden die Menschen um uns herum manchmal oder öfter überrascht sein. Genauso, wie die Menschen überrascht waren, wenn Jesus etwas sagte oder tat. Sie meinten dann: Folie

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